Meet Jérôme Gessaga

Manchmal sucht sich eine Idee von selbst den richtigen Partner. MABI wäre nicht MABI, hätten wir Jérôme Gessaga von Studio Gessaga nicht getroffen. Mit seiner Kreativität hat er unserer Boutique in einen wunderbaren und unverwechselbaren “Petit Salon” verwandelt.  

Sein Studio für Innenarchitektur und Produktdesign mit Sitz in Zürich realisiert Projekte, die Charakter, Funktionalität und Ästhetik verbinden. Intelligente  Raumkonzepte mit ansprechender Materialisierung und innovativem Erscheinungsbild stehen im Zentrum seines Schaffens – ganz unabhängig davon, ob es sich um Neubauten, Sanierungen oder Umnutzungen handelt. 

Wir lieben nicht nur seine Realisation der Eingangshalle des Hauptsitzes der Geberit oder die Pausenzone der Credit Suisse, sondern all seine Projekte. Mehr dazu hier: gessaga.ch

© Jérôme Gessaga_Studio Gessaga

Drei Wörter, welche Studio Gessaga beschreiben?

Unkonventionell, reflektiert, augenzwinkernd 

Was bedeutet Ästhetik für dich?

Ha! (lacht) Ein weites Feld…Ästhetik beschäftigt sich mit den Sinnen und soll meines Erachtens nicht nur visuelle und akustische Erfahrungen, sondern auch haptische und olfaktorische Momente auslösen. Für mich muss Ästhetik etwas in mir auslösen, mich berühren. Dabei geht es nicht nur um das Schöne, sondern auch um das Hässliche, wobei es an dieser Stelle schon fast philosophisch wird. Passende Ästhetik muss stets im jeweiligen Kontext gesehen werden und vor allem stimmig sein.

In welchem unkonventionellen Raum könntest du dir eine außergewöhnliche Hochzeit vorstellen?

Bei einer tollen Hochzeit geht es bei mir nicht darum, ob diese in einem Palazzo oder in einer Berghütte stattfindet, sondern um die Hochzeitsgesellschaft, die den Raum zum Leben erweckt. Oftmals ist es eher das Unperfekte, das in Erinnerung bleibt. Ian Weldon, einer meiner Lieblings-Fotografen, hat dies in seinem Fotoband „I am not a Wedding Photographer“ sehr schön zum Ausdruck gebracht. Aus Erfahrung finde ich es allerdings sehr wichtig, dass ein Raum nicht zu gross ist und proportional perfekt  zur Anzahl der Gäste passt. Aber was nutzt letztendlich die tollste Hochzeitslocation, wenn die Geladenen nur langweilig rumstehen…

Wir erhalten viele Komplimente zu unserer Boutique, die du für uns gestaltet hast – welche Überlegungen waren bei diesem Auftrag für dich wichtig?

Das freut mich sehr zu hören. 

Am Schwierigsten war es für uns, sich vom konventionellen Rosa-Kitsch und den damit verbundenen Brautmoden-Klischees zu lösen. Die Kundin soll sich wie in einem „Petit Salon“ von einem Hauch von exklusivem Luxus gepaart mit zeitgemässer, frischer Eleganz umgeben fühlen. Räumlich war wichtig, die markante Stütze optisch verschwinden zu lassen und den Anprobebereich im Zentrum zu platzieren, um einen fliessenden Raum zu schaffen. 

Die von der Decke hängenden, einzigartigen, oftmals gebrochen weissen Kleider kommen durch die Raumhöhe und den entsprechenden Lichteinfall besonders gut zur Geltung – durch die Farben des Samtvorhangs und des grafischen Wandmotives werden sie besonders gut in Szene gesetzt. Farben wie der matte Malventon kreieren eine Atmosphäre des Wohlbefindens und geben dem Ambiente Textur. 

Die für die Boutique speziell entworfenen Pendelleuchten ziehen besonders bei Einbruch der Dunkelheit die Passanten durch die grosse Fensterfront zur Strasse hin in ihren Bann.

Interior MABI Bridal Boutique

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Photography: Pierre Kellenberger